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Frauenreferat

"Das Ziel ist eine einladende Kirche, in der alle Menschen willkommen sind"

 
Wir wollten von Frauenreferentin Andrea Hansen in fünf Punkten wissen, worin die besondere Beziehung von Frauen und ihrer evangelischen Kirche besteht:  
 
Es ist eine wechselvolle Beziehung zwischen Ermutigungen, Hinderungen, Aufbrüchen, Rückschritten und Krafträumen:
1. Ermutigung:
Das Leben genießen; eine Beziehung zu Gott aufbauen, die trägt; sich der eigenen Stärken bewusst zu sein; zu wissen, von Gott geliebt zu sein; erfahren, dass das eigene Handeln Wirkung zeigt: Das ermutigt.
 
2. Hinderungen:
Frauen wurden über Jahrhunderte hinweg an der selbständigen Lebensführung gehindert. Die Kirche hat diese Überzeugungen lange gestützt, vermeintliche Frauenrollen wurden gefestigt, Unterordnung erwartet.
 
3. Aufbrüche:
Immer wieder gab und gibt es Aufbrüche nach vorne, zur Selbständigkeit, zum Mut, Neues zu wagen. Mit der Aufdeckung von gesellschaftlichen Strukturen, die Menschen an ihrer Entfaltung hindern und der Auflösung dieser behindernden Strukturen; mit der Implementierung von Gleichstellungsstellen und Frauenreferaten; mit den Beispielen vieler einzelner Frauen, die als Vorbilder dienen, gestalten Frauen ihre Kirche. Die Bibel bietet dafür viele Grundlagen.
 
 
Drei Frauen stehen vor einer Fahne
Frauenreferentin Andrea Hansen (M.) auf der Konferenz "Frauen in der Kommunalpolitik" im Sommer 2020.  
 
4. Rückschritte:
Es gab und gibt aber auch Rückschritte durch rechte und „rechtskonservative“ Strömungen, die einhergehen mit Sexismus, Rassismus und Antigenderismus. Frauen blieben wachsam und sorgen dafür, dass die Rückschritte nicht größer werden als die Fortschritte. Denn selbstverständlich ist die Gleichberechtigung noch nicht.
 
5. Krafträume:
Gottes Welt ist nicht geteilt in Mann und Frau, in Macht und Ohnmacht, in starre Strukturen, sondern bietet Vielfalt und es lohnt, sich dafür einzusetzen. Die Gemeinschaft mit anderen trägt Frauen in ihren Überzeugungen, tröstet, stärkt ihnen den Rücken und ermutigt zu neuen Schritten.
 
Warum muss es immer noch kirchliche Frauenarbeit geben?
Kirchliche Frauenarbeit bietet die o.g. Krafträume und sorgt dafür, dass die Rückschritte zum Thema Gerechtigkeit nicht größer werden als die Fortschritte.  Gleichberechtigung ist in den Gesetzen gefestigt, im Alltag und den Strukturen aber noch nicht. Es bleiben immer noch Themen wie Gewalt, Lohnunterschiede, Machtgefälle, Prostitution, Missbrauch, Gender-Gerechtigkeit, ungerechte Arbeitsteilung …
Kirche soll und will für Gleichheit und Gerechtigkeit eintreten, sowohl innerhalb der Kirche als auch mit Wirkung in die Gesamtgesellschaft. 
 
Wie sieht für Sie eine ideale Kirchengemeinde bzw. ein idealer Kirchenkreis aus?
 
Das Ziel ist eine offene, freundliche und einladende Kirche, in der alle Menschen willkommen sind, unabhängig von Herkunft, Glauben, Alter, Geschlecht, Identität oder sonstigen Kriterien. Kirche soll Zuflucht und Heimat bieten: Als Sozialraum, als Diskussionsraum und als Kraftquelle. 
 
Nennen Sie drei Ziele als Frauenreferentin des Ev. Kirchenkreises Lennep bis 2025?
1. Themen, die Frauen aus dem Kirchenkreis interessieren, werden im Frauenreferat bearbeitet und diskutiert.
2. 2025 wird kirchliche Frauenarbeit als Selbstverständlichkeit angesehen.
3. Das Thema Gerechtigkeit wird eine Hauptaufgabe der Kirche: Gerechtigkeit gegenüber den Geschlechtern, den Generationen, der Umwelt, der globalen Welt. 
 
Mit welchen Partnern wollen und müssen Sie in Zukunft noch mehr zusammenarbeiten und warum?
Das Frauenreferat arbeitet jetzt schon mit Vertreter*innen aus Kommunen, Parteien, verschiedenen Religionsgemeinschaften und weiteren Vereinen und Verbänden aus der Region zusammen. Überregional ist es mit dem Genderreferat der Landeskirche, der Konferenz der hauptamtlichen Frauenbeauftragten in der Evangelischen Kirche im Rheinland und dem Landesverband der Frauenhilfe vernetzt. 
Die Vernetzung ist wichtig, weil Kirche Teil der Gesellschaft ist und sich nicht in ihrer eigenen Blase zurückziehen darf. Kirche muss in der Gesellschaft präsent sein und sich einbringen.
 
Vielen DANK für das Gespräch!